Konzept

Schulprogramm der Regionalen Schule Prohn

PrÀambel

Unsere Schule ist eine Regionale Schule in gebundener Ganztagsform. Der Einzugsbereich umfasst 6 Gemeinden des Amtsbereiches Altenpleen, dazu gehören die Gemeinden: Kramerhof, Preetz, Altenpleen, Mohrdorf, Klausdorf und Prohn.

SchultrĂ€ger unserer Schule ist das Amt Altenpleen. Unsere Schule ist von Klasse 5 bis 10 zweizĂŒgig ausgerichtet, wobei die maximale KapazitĂ€t der Klassen 25 SchĂŒler betrĂ€gt. In Kooperation mit der Grundschule in Altenpleen ĂŒbernehmen wir die SchĂŒler im bestehenden Klassenverband zu uns in die 5. Klasse. Die schulische Ausbildung endet mit der Berufsreife  nach der 9. Klasse oder mit der Mittleren Reife am Ende der 10. Klasse.

Unsere Schule ist eine anerkannte „Multimediaschule“ mit einem hohen Grad an moderner technischer Ausstattung, eine „Gesunde Schule“ mit vielen sportlichen AktivitĂ€ten, eine Schule mit  Berufswahlsiegel und eine anerkannte „Lions Quest Schule“, die den SchĂŒlern nicht nur Sozialkompetenzen, sondern auch Werte vermittelt.

Wir haben ein regionales – heimatbezogenes Profil. Es ist  uns ein wichtiges Anliegen, dass sich alle SchĂŒler, Eltern und Mitarbeiter mit ihrer Schule identifizieren und sich in der Schule wohl fĂŒhlen.

 

ErklÀrungen zu unseren LeitsÀtze

Leitsatz: Guter Unterricht

„Wir leben und lernen mit- und voneinander, vermitteln Werte und entwickeln Kompetenzen.“

Noch nie war Schule so stark der VerĂ€nderung ausgesetzt wie in der heutigen Informations- und Wissensgesellschaft. FĂŒr die SchĂŒler kann es aber kein GrundbedĂŒrfnis sein, diesen rasanten Wettlauf des sich potenzierenden Wissens mitzumachen, als viel mehr Methoden kennen zu lernen, sich effektiv Wissen und Einsichten anzueignen. Uns als Lehrer geht es also nicht nur um die Vermittlung der Basisqualifikationen fĂŒr alle: sprechen, lesen, schreiben, rechnen. Es gibt noch eine Basisqualifikation anderer Art, die sich gleichfalls lebensprĂ€gend auswirkt: Die Lust, zumindest der Wille, lernen zu wollen. Wenn diese Haltung verschĂŒttet wird, dann reduzieren wir viele Entwicklungsmöglichkeiten der jungen Menschen. FĂŒr viele Kinder und Jugendliche sind die Lebensprobleme aber grĂ¶ĂŸer als die Lernprobleme. So wollen wir an unserer Schule die Sach- und Einsichtenvermittlung als Einheit mit der Wertevermittlung begreifen. Eine Wertevermittlung, die nicht in Hektik vorangetrieben wird, die in der Zeit mit viel Geduld wachsen kann- ĂŒber mehrere Schuljahre hinweg- und die Anliegen jeglichen Unterrichts sein muss. Auch wir Lehrer sehen uns als Lernende, wollen neugierige Fragen provozieren und VerĂ€nderungen wagen. So bietet unsere Schule fachĂŒbergreifende-, aber auch soziale Projekte an. Freiarbeit, Partner- und Gruppenarbeit ergĂ€nzen den Frontalunterricht. Wir arbeiten nach den vier Grundprinzipien des „Life- Skills- Programms“: schĂŒlerorientierter Unterricht, situationsbezogener Unterricht, handlungsorientierter Unterricht und modellhafter Unterricht. Dem SchĂŒler muss bewusst sein, was, wie und wozu er gelernt hat (Kopf- Hand- Herz). Ihm wird somit verdeutlicht, dass fĂŒr die Lernarbeit nicht nur das Ergebnis wichtig ist, sondern ebenso der Prozess. Wir sehen unsere Aufgabe bei der Unterrichtsvorbereitung also darin, uns immer wieder neu nach dem Ausbildungsstand und den BedĂŒrfnissen der Kinder zu orientieren.

 

Leitsatz: Gutes Schulklima

„Wir wollen uns die Neugier und die Freude am Lernen erhalten sowie einen Umgang miteinander pflegen, der von Respekt, Toleranz und EinfĂŒhlungsvermögen geprĂ€gt wird.“

Durch die ehrliche Bereitschaft zum Lernen, ohne Angst, aber auch durch die RĂŒckmeldung des Lehrers wĂ€chst die FĂ€higkeit, Verantwortung fĂŒr sich selbst zu ĂŒbernehmen. Wenn wir Handlungskompetenzen unserer SchĂŒler entwickeln wollen und Selbstverantwortung unterstĂŒtzen, so bedeutet dies fĂŒr uns vor allem die IndividualitĂ€t zu akzeptieren, Geborgenheit zu vermitteln, StĂ€rken wahrzunehmen, Fehlverhalten deutlich zu machen, FreirĂ€ume zu schaffen, aber auch Grenzen zu setzen und Regeln zu entwickeln. Wir wollen erreichen, dass sich jeder SchĂŒler mit zunehmendem Alter selbst besser einschĂ€tzen kann. Dazu dienen nicht nur die Zensuren, sondern auch EinzelgesprĂ€che, Portfolios und nicht zuletzt die Arbeit mit dem Programm „Erwachsen werden“ von Lions-Quest. Das EinfĂŒhlungsvermögen jedes SchĂŒlers soll ĂŒber die Gewohnheitsbildung gefördert werden. In der Verantwortung jedes Fachlehrers und SozialpĂ€dagogen liegt es, welchen Weg er dazu geht. Neben den Lions-Quest-Stunden und dem Förderunterricht versuchen wir durch eine Vielzahl an Arbeitsgemeinschaften und auch durch die TĂ€tigkeit zweier SchĂŒlerfirmen das Wohlbefinden an unserer Schule positiv zu beeinflussen sowie den Tag im Ganztags-Schulbetrieb besser zu strukturieren. In Einzelstunden haben die SchĂŒler die Möglichkeit, sich bei den Hausaufgaben helfen zu lassen, die Computer oder die Bibliothek der Schule zu nutzen. Sollte es Probleme im alltĂ€glichen Miteinander geben, kann sich jeder SchĂŒler an den Vertrauenslehrer, SozialpĂ€dagogen oder an die SchĂŒler wenden, die sich im Streitschlichter-Programm ausbilden ließen. Traditionen wie die Weihnachtsgala oder sportliche Höhepunkte wie den Paarlauf, das Surfen auf dem Sund oder den Skikurs in den Alpen wollen wir weiterhin pflegen.

 

Leitsatz: Zielgerichtete Berufsvorbereitung

„Wir unterstĂŒtzen unsere SchĂŒler bei der Berufsorientierung und bereiten sie zielgerichtet  auf das Berufsleben vor.“

Wer den Grund des Lernens mit zunehmendem Alter hinterfragt, wird sich Gedanken zum Sinn des Arbeitens machen. Unser Anliegen ist es, den SchĂŒlern nicht nur die Entwicklung des Arbeitsmarktes zu erklĂ€ren und bei der Berufsauswahl behilflich zu sein, wir möchten auch, dass sich unsere SchĂŒler mit ihrer individuellen LeistungsfĂ€higkeit beschĂ€ftigen. Die Heranwachsenden sollen ansatzweise erfahren, was es heißt, sich mit einer TĂ€tigkeit, einem Betrieb oder einer Schule zu identifizieren, stolz auf das gemeinsam Geschaffene zu sein. Dazu ist es wichtig, dass sie lernen, wie vielfĂ€ltig Teamarbeit gestaltet werden kann, dass die Gruppe oftmals nur so stark ist wie ihr schwĂ€chstes Mitglied. Uns geht es aber auch um Entwicklung von Ehrfurcht vor der Leistung der anderen, selbst wenn sie einfache TĂ€tigkeiten ausfĂŒhren. Seit Jahren arbeiten wir zielgerichtet mit den Betrieben unserer Region zusammen, insbesondere mit dem Seniorenheim Prohn. Im Wahlfach „JĂŒngere fĂŒr Ältere“ haben jeweils 2 SchĂŒler ganz bestimmte Heimbewohner als Bezugspersonen und erleben unmittelbar engagiert- praktische Arbeit. In den Klassenstufen 8 bis 10 fĂŒhren wir mehrere Betriebspraktikas durch, kooperieren v.a. mit den Landwirten, Baubetrieben, der Marine-Technikschule Parow und den Kindereinrichtungen der Umgebung. Jede 9. Klasse hat wenigstens einmal das Berufsinformationszentrum besucht und konnte sich auf Veranstaltungen wie z.B. bei der „Jobfactory“ oder beim „Girlsday“  ĂŒber Berufe informieren. Auch beim Verfassen ihrer Bewerbungsunterlagen und beim Ausprobieren von BewerbungsgesprĂ€chen werden unsere SchĂŒler nicht allein gelassen. Letztendlich diskutieren wir mit den Jugendlichen aber auch die Probleme, die sich durch einen globalen Arbeitsmarkt ergeben.

 

Leitsatz: Intensive Zusammenarbeit zwischen Schule, Eltern, Vereinen und Behörden

„Wir pflegen eine enge Zusammenarbeit zwischen Lehrern, Eltern, SchĂŒlern und allen, die sich am Erziehungsprozess beteiligen.“

Die meisten SchĂŒler lernen in der Regel sechs Jahre an unserer Schule- nicht nur in einem Klassenverband, manchmal auch in Kursen, Arbeitsgemeinschaften, Förder- oder Projektgruppen. Hin und wieder sind individuelle GesprĂ€che nötig, Nachfragen, Ermahnungen, Ermutigungen oder auch produktive StreitgesprĂ€che. Eine Arbeit, die die Lehrer nicht alleine leisten können und deren Auswirkungen grĂ¶ĂŸtenteils erst nach lĂ€ngerer Zeit sichtbar werden. In der Regel machen sich die Klassenleiter der zukĂŒnftigen 5. Klassen bereits ein Jahr vorher mit den Gegebenheiten in der Kranichgrundschule Altenpleen vertraut. Bei einer traditionellen „Schulrallye“ lernen die MĂ€dchen und Jungen der 4. Klassen dann unsere Schule an einem Unterrichtstag kennen. NatĂŒrlich kann auch jeder den „Tag der offenen TĂŒr“ dazu nutzen. Offen sind wir aber auch fĂŒr alle Ideen und UnterstĂŒtzungsangebote interessierter Leute, die das Leben an unserer Schule bereichern möchten: Ob es nun die Verkehrserziehung mit Hilfe der Polizei gewesen ist, LesenĂ€chte mit Eltern, der Besuch der Jugendfeuerwehr, die gemeinsame Vorbereitung der Weihnachtsgala und vieler anderer Veranstaltungen mit unserer SozialpĂ€dagogin, das Engagement des Sportvereins „An der Prohner Wiek“, die aktive Mitarbeit ehemaliger SchĂŒler bei Kunstlagern, die Begleitung zahlreicher Klassenfahrten durch Elternvertreter: Wir werden auch weiterhin unsere Aufmerksamkeit auf ein produktives Zusammenwirken richten. In jedem Schuljahr gibt es wenigstens zwei Elternabende der einzelnen Klassen und drei Lehrersprechstunden. Auf Wunsch können auch Einzeltreffen mit dem Klassenleiter vereinbart werden. Wichtig wird dies insbesondere, wenn fĂŒr jeden SchĂŒler die FörderplĂ€ne gemeinsam mit den Eltern aufgestellt werden, nicht nur zum Beseitigen von Defiziten, auch zur Talenteförderung. 

 

Leitsatz: Schule als Mittelpunkt im Amtsbereich

„Wir stellen in der grĂ¶ĂŸten Gemeinde unseres Amtsbereiches viele regionale BezĂŒge zu Prohn und anderen Orten her, fĂŒhlen uns als Kultur- und BildungstrĂ€ger verpflichtet und beachten die Besonderheiten im lĂ€ndlichen Raum.“

Schule in einer Landgemeinde zu leben und sich dabei auf die Herausforderungen unserer Zeit einzustellen, das ist fĂŒr uns kein Gegensatz. An unserer Schule ist die AnonymitĂ€t gering, viele Eltern kennen die Schule aus ihrer eigenen Kindheit und haben allein daher ein lebendiges Interesse, sich am Schulalltag zu beteiligen. Viele Lehrer wohnen im Amtsbereich, sind Gemeindevertreter oder Verbandsmitglieder. So wird unseren SchĂŒlern der Alltag in der unmittelbaren Umgebung mit allen Freuden und Problemen authentisch vermittelt. Unsere Schule soll und kann ein StĂŒckchen Heimat darstellen mit ihren Freizeitangeboten, Festen, sportlichen und kulturellen Höhepunkten, Projekten oder Wanderungen in die nĂ€here Umgebung. Aus diesen Überlegungen wird deutlich: „Ich werde gebraucht. Ich bin nĂŒtzlich. Ich bin ein Mitglied einer Gemeinschaft.“ Dies fĂŒhrt zur Einstellung, dass das Handeln fĂŒr die Regionale Schule Prohn Folgen hat und damit NĂ€he, Vertrauen, Angenommensein und Ermutigung schafft. Dieser Prozess muss immer wieder kritisch hinterfragt werden, aber wir glauben, dass wir der zunehmenden Entwicklung einer Entfremdung in den meisten Gemeinden etwas entgegenwirken können. Unsere Vorteile in der PrĂ€ventionsarbeit erkennend, wollen wir vor allem durch sportliche und andere gesundheitsfördernde AktivitĂ€ten einen Beitrag dazu leisten, dass die Jugend fĂŒr die Zukunft gut gerĂŒstet ist. Wenn in den kommenden Jahren einzelne junge Menschen Verantwortung ĂŒbernehmen könnten und fĂŒr andere ehrenamtlich aktiv werden, so wĂ€re das fĂŒr uns eine optimistische Aussicht.